Friedenstaube

Grundrecht statt Wehrpflicht!

Nein zur Wehrpflicht!

Dein Recht auf Kriegsdienstverweigerung ist im Grundgesetz verankert. Wir helfen dir, es wahrzunehmen.


Diese kostenlose App führt dich Schritt für Schritt durch den KDV-Prozess. Verständlich und anonym. Sie ersetzt keine rechtliche Beratung.

Ein Service des BSW

Sie sind Eltern? → Spezieller Bereich für Eltern
Stand: Januar 2026
#IchTöteNicht

Wenn das auch deine Überzeugung ist, bist du hier richtig. Dein Recht, den Kriegsdienst aus Gewissensgründen zu verweigern, ist ein starkes Zeichen für den Frieden. Wir helfen dir, dieses Recht wahrzunehmen.

Schnell-Check: Was gilt für dich?

Beantworte ein paar Fragen und erhalte deinen persönlichen Fahrplan.

In welchem Jahr bist du geboren?

Beantworte die Frage, um deinen persönlichen Fahrplan zu erhalten

Welches Geschlecht hast du?

Die Wehrpflicht gilt nur für Personen mit Personenstandseintrag „männlich"

Wurdest du bereits gemustert?

Die Musterung prüft deine Tauglichkeit

Handlungsbedarf: KDV-Antrag stellen

Deine Situation:

Du bist tauglich gemustert und könntest im Spannungsfall zum Wehrdienst eingezogen werden oder bist noch nicht gemustert. Ein KDV-Antrag ist der wichtigste Schritt für dich.

Dein Fahrplan:

  1. 1
    Gewissensfindung

    Reflektiere deine Werte und Überzeugungen

  2. 2
    Begründung schreiben

    Persönlich und authentisch, keine Mustertexte kopieren

  3. 2a
    Kriegsdienstverweigerungsberatungsstelle kontaktieren

    Deine Begründung zur Sicherheit von einem erfahrenen Kriegsdienstverweigerungsberater überprüfen lassen. Um deine Begründung von einem erfahrenen KDV-Berater überprüfen zu lassen, kannst du dich an folgende Organisationen wenden: DFG-VK, EAK, IDK

  4. 3
    Antrag einreichen

    Per Einwurfeinschreiben an das BAPersBw

Aktuell kein Handlungsbedarf

Deine Situation:

Du wurdest als untauglich eingestuft und kannst derzeit nicht zum Wehrdienst herangezogen werden. Allerdings: Die Wehrpflicht ruht nur, solange die Untauglichkeit besteht.

Gut zu wissen:

  • Eine erneute Musterung kann angeordnet werden
  • Du kannst trotzdem einen KDV-Antrag stellen (aus Überzeugung)
  • Im Spannungsfall könnten die Tauglichkeitskriterien gelockert werden
Mehr erfahren

Sonderregelung für deinen Jahrgang

Deine Situation:

Jahrgänge 1992-2007 („weiße Jahrgänge") werden von der Bundeswehr im ersten Schritt nicht erfasst. Das kann aber jederzeit kurzfristig erfolgen.

Gut zu wissen:

  • Im Spannungs-/Verteidigungsfall gilt die Wehrpflicht für alle Männer bis 60
  • Du solltest jetzt schon unbedingt einen KDV-Antrag stellen
  • Für Reservisten (ehemalige Soldaten) und aktive Soldaten gelten andere Regeln.

Keine Wehrpflicht für dich

Deine Situation:

Als Frau oder Person mit diversem Geschlechtseintrag bist du nicht wehrpflichtig. Der Fragebogen der Bundeswehr ist für dich freiwillig.

Gut zu wissen:

  • Du kannst freiwillig zur Bundeswehr gehen
  • Im Spannungs- und Verteidigungsfall können Frauen zu zivilen Sanitätsdiensten herangezogen werden
  • Du kannst diese Seite gerne mit Freunden teilen, die betroffen sind
Trotzdem informieren

Gute Chancen für deinen Antrag

Die Anerkennungsquote bei KDV-Anträgen lag 2023 bei 87%, 2024 (bis August) bei 81% – mit steigenden Antragszahlen wird eine gute Vorbereitung immer wichtiger. Bei einer Ablehnung und anschließender Klage vor dem Verwaltungsgericht bestehen weiterhin gute Chancen.

Warum sinkt die Quote?
Mit steigenden Antragszahlen (2024: +45% gegenüber Vorjahr) prüft das BAFzA strenger. Kopierte Mustertexte und oberflächliche Begründungen werden häufiger abgelehnt. Authentische, gut durchdachte Anträge haben weiterhin sehr gute Chancen.

Eine sorgfältige Vorbereitung und ehrliche Reflexion deiner Gewissensentscheidung sind der Schlüssel zum Erfolg.

Quelle: Antwort der Bundesregierung auf Kleine Anfrage im Bundestag, Oktober 2024

Info zum Fragebogen

Der Fragebogen erfasst deine Haltung zum Wehrdienst. Deine Antworten sollten deine ehrliche Überzeugung widerspiegeln. Wenn du aus Gewissensgründen den Dienst an der Waffe ablehnst, sollte dies auch aus deinen Antworten klar hervorgehen – insbesondere bei der Frage zur „Bewertung Interesse am Dienst als Soldatin oder Soldat".

Wichtig: Beantworte alle Fragen ehrlich und im Einklang mit deiner inneren Überzeugung. Widersprüche zwischen dem Fragebogen und deiner späteren KDV-Begründung können deine Glaubwürdigkeit beeinträchtigen.

Screenshots des Fragebogen Stand Februar 2026 findest du hier: Fragebogen der Bundeswehr (PDF)

Zur Sicherheit bitte immer nach der aktuellsten Version online suchen.

Warum ist der Fragebogen so wichtig?

Deine Antworten im Fragebogen sollten deine innere Überzeugung authentisch widerspiegeln. Wenn du aus tiefstem Gewissen den Dienst an der Waffe ablehnst, sollte dies auch aus deinen Antworten hervorgehen. Widersprüche zwischen Fragebogen und späterer Begründung können deine Glaubwürdigkeit beeinträchtigen.

Dein Gewissen im Mittelpunkt

Eine Gewissensentscheidung ist keine spontane Laune. Sie reift über Zeit. Diese App soll dir helfen, diese innere Klarheit zu finden und auszudrücken. Zeige im gesamten Prozess, dass du dich ernsthaft mit der Frage von Krieg und Frieden auseinandergesetzt hast und deine Entscheidung, den Kriegsdienst zu verweigern, das Ergebnis dieser tiefen Reflexion ist.

Wichtig: Fragebogen trotzdem ausfüllen!

Das Nicht-Ausfüllen ist eine Ordnungswidrigkeit die bestraft werden kann. Der Fragebogen muss fristgerecht eingereicht werden – aber im Einklang mit deiner Gewissensentscheidung ausgefüllt.

Und es kann noch härter kommen: Bei wiederholter Weigerung können Zwangsgelder verhängt werden. Bei versäumter Musterung kann sogar die Polizei zur Vorführung eingeschaltet werden.

Deshalb: Fülle den Fragebogen aus – aber mit den richtigen Antworten, die deine spätere KDV nicht gefährden.

Trotzdem gibt es Organisationen die zum Boykott des Fragebogens auffordern.

Warum gibt es Kriegsdienstverweigerung?

Die Wehrpflicht ist ein staatlicher Zwang, der Menschen verpflichtet, Militärdienst zu leisten – notfalls durch das Töten anderer Menschen. Die Mütter und Väter des Grundgesetzes haben erkannt: Niemand darf gegen sein Gewissen zu solchem Handeln gezwungen werden.

Kriegsdienstverweigerung ist kein „Drückebergerei" und kein „Ausweg" – sie ist ein fundamentales Menschenrecht, das die Würde des Einzelnen schützt. Wer aus Gewissensgründen keine Waffe gegen Menschen richten will, verdient Respekt, nicht Verdächtigung – und schützt damit auch das Recht jedes Einzelnen auf Leben und körperliche Unversehrtheit.

Die wichtigste Frage: Jetzt KDV stellen oder abwarten?

Die Empfehlung seit dem 1. Januar 2026 lautet:
Jetzt sofort verweigern! Der Spannungsfall kann sehr kurzfristig ausgerufen werden. Dann fällt die aufschiebende Wirkung des Kriegsdienstverweigerungsantrages weg und das gilt für alle, deren Antrag noch nicht stattgegeben wurde.

Um deine Begründung von einem erfahrenen KDV-Berater überprüfen zu lassen, kannst du dich an folgende Organisationen wenden: DFG-VK, EAK, IDK

Der neue Wehrdienst ab 2026

Ab 2026 müssen alle Männer ab Jahrgang 2008 einen Online-Fragebogen ausfüllen. Spätestens ab 1. Juli 2027 wird jeder gemustert. Der Dienst bleibt vorerst freiwillig – kann aber durch ein weiteres Gesetz schnell verpflichtend werden.

Was ist neu?

  • Erfassungspflicht: Alle 18-Jährigen müssen den Fragebogen ausfüllen
  • Musterung: Spätestens ab 1. Juli 2027 wird jeder gemustert
  • Freiwilligkeit: Der Wehrdienst selbst bleibt zunächst freiwillig, das kann sich aber jederzeit ändern!
  • Reserve: Ziel ist der Aufbau einer größeren Reserve, um u. a. die Toten in den Schützengräben schnell wieder auffüllen zu können.

Dein Grundrecht auf KDV

Artikel 4 Absatz 3 des Grundgesetzes garantiert: „Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden." Dieses Recht ist stark geschützt.

Wer kann verweigern?

  • Alle wehrpflichtigen Männer (auch vor der Musterung)
  • Aktive Soldatinnen und Soldaten
  • Reservistinnen und Reservisten

Was bedeutet "Gewissensentscheidung"?

Eine echte Gewissensentscheidung ist eine sittliche Entscheidung, die das Töten im Krieg als absolutes Unrecht empfindet. Sie bindet die Persönlichkeit so tief, dass ein Handeln dagegen schwere seelische Not auslösen würde.

Wichtig: Politische Argumente allein ("Ich lehne die NATO ab") reichen nicht aus!

Das Gewissen verstehen

Dein Gewissen ist dein innerer Kompass. Es entwickelt sich durch Erziehung, Erfahrungen und Werte. Eine Gewissensentscheidung ist keine spontane Meinung, sondern das Ergebnis tiefer Reflexion. Dass der Staat eine bestimmte Form von Gewissen zur Voraussetzung für eine erfolgreiche Verweigerung macht, ist allerdings anmaßend und widerspricht dem Grundgesetz.

Fragen zur Selbstreflexion:

  • Welche Werte haben deine Eltern dir vermittelt?
  • Gab es Schlüsselerlebnisse, die deine Haltung zu Gewalt geprägt haben?
  • Könntest du auch zur Verteidigung (Notwehr) keine Waffe nutzen?
  • Warum lehnst du jede Armee ab, nicht nur die Bundeswehr?

Quellen des Gewissens:

Religiöse Überzeugungen, humanistische Werte, persönliche Erfahrungen mit Gewalt, Auseinandersetzung mit Geschichte und Krieg können alle zur Gewissensbildung beitragen.

Der Antragsprozess

Der KDV-Antrag besteht aus einem Anschreiben, einem tabellarischen Lebenslauf und einer ausführlichen Begründung. Er wird an folgende Adresse geschickt: Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr (BAPersBw), Militärringstraße 1000, 50737 Köln. Aktive Soldaten und Reservisten senden ihren Antrag an das Karrierecenter der Bundeswehr.

Die drei Dokumente:

  1. Anschreiben: Formeller Antrag mit Berufung auf Art. 4 Abs. 3 GG
  2. Lebenslauf: Tabellarisch, unterschrieben
  3. Begründung: Mehrere Seiten, persönlich verfasst, nachvollziehbare Gewissensentwicklung

Der Weg des Antrags:

Antrag → BAPersBw (Bundeswehr) → BAFzA (entscheidet) → Bescheid

Bei Zweifel: Schriftliche Anhörung, ggf. mündliche Anhörung

Bei Ablehnung: Widerspruch → Klage vor Verwaltungsgericht

Dein KDV-Antrag

Wir führen dich Schritt für Schritt durch den Prozess, von der Reflexion bis zu einem ersten Entwurf des Antrages.

WICHTIG: Dein Antrag, deine Worte!

Dieser Assistent dient als Werkzeug zur Selbstreflexion. Er soll dir helfen, deine Gedanken zu strukturieren und keinen wichtigen Aspekt zu vergessen. Er ist kein Textgenerator.

Das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) legt größten Wert auf eine persönliche und individuelle Begründung. Vorgefertigte Texte oder standardisierte Argumente führen sehr wahrscheinlich zur Ablehnung deines Antrags.

Nutze die hier gestellten Fragen als Anregung. Die Antworten und die finale Formulierung müssen zu 100% deine eigenen sein. Nutze keine Texte, die mit Hilfe der KI erstellt wurden. Schreibe deine Geschichte, deine Gedanken und deine Gefühle in deinen eigenen Worten.

Navigation: Klicke auf die Buttons (1–4) oben oder nutze Vorwärts/Zurück am Ende jedes Schritts.
Speichern: Dein Fortschritt wird automatisch lokal gespeichert. Wir empfehlen, die Begründung auf einem Laptop zu schreiben.
Dein Fortschritt 0%
Reflexion Daten 1. Entwurf deiner Begründung Dokumente
1
Reflexion
2
Persönliche Daten
3
1. Entwurf deiner Begründung
4
Dokumente

Gewissensreflexion

Diese Fragen helfen dir, deine Gedanken zu ordnen und deine Begründung vorzubereiten. Nimm dir Zeit – es gibt keine falschen Antworten.

1

Kindheit und Erziehung

Welche Werte wurden dir in deiner Kindheit vermittelt? Wie haben deine Eltern/Familie über Konflikte, Streit und Gewalt gesprochen?

Denk an:
  • Religiöse oder ethische Erziehung
  • Wie Konflikte in deiner Familie gelöst wurden
  • Was dir beigebracht wurde über "Recht haben" und "Unrecht tun"
  • Haben deine Eltern über die damaligen Kriege diskutiert?
2

Prägende Erlebnisse

Gab es Schlüsselmomente oder Erlebnisse, die deine Haltung zu Gewalt und Krieg geprägt haben?

Zum Beispiel:
  • Persönliche Erfahrungen mit Gewalt oder Konflikten
  • Geschichten von Großeltern und anderen nahen Verwandten über Krieg oder Flucht
  • Bücher, Filme, Dokumentationen die dich bewegt haben
  • Gespräche mit Geflüchteten aus Kriegs- oder Bürgerkriegsländern
3

Religiöse/Weltanschauliche Grundlagen

Spielen religiöse Überzeugungen oder eine bestimmte Weltanschauung eine Rolle bei deiner Ablehnung von Gewalt?

Mögliche Aspekte:
  • Christliche Werte: "Du sollst nicht töten", Feindesliebe
  • Religiöse Überzeugungen aus Christentum, Judentum, Islam und Buddhismus, humanistische Werte, persönliche Erfahrungen mit Gewalt, Auseinandersetzung mit Geschichte und Krieg.
  • Humanistische Überzeugungen: Würde des Menschen
  • Pazifistische Traditionen
  • Philosophische Auseinandersetzung mit Ethik
4

Auseinandersetzung mit Krieg

Wie hast du dich mit dem Thema Krieg und Militär auseinandergesetzt? Was hast du dabei gelernt?

Denk an:
  • Schulunterricht (Geschichte, Politik, Ethik)
  • Eigene Recherchen, Bücher, Podcasts, Videos und Soziale Medien
  • Gespräche mit Zeitzeugen, Veteranen und mit Menschen, die vor Krieg geflüchtet sind.
  • Gedenkstättenbesuche
5

Gewissenskonflikt

Was würde passieren, wenn du trotz deiner Überzeugung zum Kriegsdienst gezwungen würdest? Wie würdest du dich fühlen?

Wichtig für die Begründung:
  • Innerer Konflikt beschreiben
  • Seelische Belastung darstellen
  • Warum du NICHT gegen dein Gewissen handeln könntest
6

Konsequenzen im Alltag

Wie zeigt sich deine Haltung in deinem alltäglichen Leben? Engagierst du dich für den Frieden und die Gesellschaft?

Beispiele:
  • Ehrenamtliches Engagement (Friedensarbeit, Flüchtlingshilfe)
  • Mitgliedschaft in Organisationen
  • Wie du Konflikte in deinem Umfeld löst
  • Berufswunsch im sozialen/helfenden Bereich
  • Ehrenamtliches Engagement, u.a. Jugendarbeit

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Persönliche Daten

Diese Informationen werden für das Anschreiben und den Lebenslauf benötigt. Alle Daten bleiben auf deinem Gerät.

Persönliche Angaben

Adresse

Kontakt

Tabellarischer Lebenslauf

Füge die wichtigsten Stationen deines Lebens hinzu. Diese werden für den Lebenslauf verwendet.

Angaben zur Wehrerfassung

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Deine Begründung

Verfasse hier deine persönliche Begründung. Die Reflexionsfragen von vorhin helfen dir dabei. Nutze deine eigenen Worte! Verwende keine Textbausteine aus dem Internet oder Texte, die mit künstlicher Intelligenz erstellt wurden! Lass dich unbedingt auch bei der DFG-VK, EAK oder IDK beraten.

0 Wörter | ca. 0 Seiten

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Deine Dokumente

Hier kannst du die erforderlichen Dokumente im Textverarbeitungsformat (.doc/.odf) herunterladen. Bearbeite sie in deinem Textprogramm, drucke sie aus, unterschreibe sie und schicke sie ab. Keine PDF-Dateien erstellen – verwende ein Textverarbeitungsformat, damit du die Dokumente noch bearbeiten kannst.

Anschreiben

Anschreiben an: Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr, Militärringstraße 1000, 50737 Köln. Betreff: Hiermit verweigere ich den Kriegsdienst mit der Waffe nach Artikel 4 Absatz 3 des Grundgesetzes. Wichtig: Du musst das Schreiben in deinen eigenen Worten verfassen und fertigstellen. Nenne dabei nur die Dinge, die du auch tatsächlich nennen musst.

Tabellarischer Lebenslauf

Chronologische Darstellung deines Werdegangs mit Unterschriftsfeld.

Begründung

Deine persönliche Gewissensbegründung – das Herzstück des Antrags.

Checkout-Checkliste: So versendest du deinen Antrag

Lass dich unbedingt auch bei der DFG-VK, EAK oder IDK beraten.

Empfängeradresse:
Bundesamt für das Personalmanagement
der Bundeswehr

Militärringstraße 1000
50737 Köln

NICHT an das BAFzA senden – das BAPersBw ist die richtige Adresse!

BAPersBw vs. BAFzA – Was ist der Unterschied?
  • BAPersBw (Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr): Nimmt deinen Antrag entgegen und leitet ihn weiter.
  • BAFzA (Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben): Prüft deinen Antrag und trifft die Entscheidung.

→ Senden an: BAPersBw | Entscheidung durch: BAFzA

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Fallstricke vermeiden

Diese häufigen Fehler können deinen Antrag gefährden. Kenne sie, bevor du startest.

1

Politische Argumente statt Gewissen

Falsch:

"Ich lehne die NATO-Politik ab und finde den Ukraine-Krieg ungerecht."

Richtig:

"Ich kann es mit meinem Gewissen nicht vereinbaren, einem anderen Menschen das Leben zu nehmen – unabhängig vom Kontext oder der politischen Situation."

Das BAFzA prüft, ob du jede Gewaltanwendung ablehnst, nicht nur bestimmte Kriege. Situative oder politische Verweigerung wird abgelehnt.

2

Mustertexte kopieren

Falsch:

Ganze Absätze aus dem Internet kopieren oder von Freunden übernehmen.

Richtig:

Deine eigene Geschichte, deine eigenen Worte, deine authentischen Erfahrungen.

Das BAFzA kennt alle gängigen Mustertexte. Erkennbare Kopien führen zu Rückfragen oder Ablehnung. Deine Begründung muss persönlich sein.

3

Fragebogen ignorieren

Falsch:

"Ich stelle einen KDV-Antrag, also muss ich den Fragebogen nicht ausfüllen."

Richtig:

Fragebogen fristgerecht ausfüllen UND parallel/danach KDV-Antrag stellen.

Der KDV-Antrag befreit nicht von der Pflicht, den Fragebogen auszufüllen. Nicht-Ausfüllen ist eine Ordnungswidrigkeit mit Bußgeld!

4

Widersprüche im Lebenslauf

Problematisch:

Mitgliedschaft im Schützenverein, Interesse an Kriegsspielen oder Kampfsport zur Aggression

Unproblematisch:

Friedliche Kampfsportarten wie Tai Chi, Aikido, Judo zur Selbstverteidigung – diese können sogar die Achtung vor dem menschlichen Leben unterstreichen.

Lebenslauf möglichst knapphalten. Dinge wie Schützenverein erst gar nicht erwähnen. Nicht den beruflichen Lebenslauf verwenden. Zu viel Information für die Bundeswehr.

5

Falsche Adresse / Formfehler

Falsch:

Antrag direkt ans BAFzA schicken oder per normaler Post.

Richtig:

An das Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr (BAPersBw), Militärringstraße 1000, 50737 Köln per Einwurfeinschreiben schicken.

Anträge an die falsche Adresse gehen verloren oder werden verzögert. Die online abrufbare Sendebestätigung ist dein Beweis für den fristgerechten Eingang.

6

Zu kurze oder oberflächliche Begründung

Falsch:

"Ich bin gegen Krieg und möchte nicht töten." (nur 6 Sätze)

Richtig:

Ausführliche Darstellung deiner Gewissensentwicklung mit konkreten Beispielen (3-5 Seiten).

Eine überzeugende Begründung zeigt deine Entwicklung: Prägungen in der Kindheit, Schlüsselerlebnisse, Auseinandersetzung mit dem Thema, Konsequenzen für dein Leben.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Kriegsdienstverweigerung.

Allgemeine Fragen

Nein, das Verfahren ist kostenfrei. Du musst keine Gebühren zahlen. Nur bei einer Ablehnung und anschließender Klage vor dem Verwaltungsgericht können Anwalts- und Gerichtskosten entstehen. Beratungen bei der DFG-VK, EAK, IDK und anderen Organisationen sind kostenlos.

Bisher 2-6 Monate. In diesen wechselhaften Zeiten kann sich das schnell in die eine oder andere Richtung stark verändern. Du erhältst einen schriftlichen Bescheid per Post.

Jetzt verweigern. Der Spannungsfall kann sehr schnell ausgerufen werden. Im Spannungsfall fällt die aufschiebende Wirkung der KDV weg. Das gilt für alle deren Antrag noch nicht stattgegeben wurde.

Nein, deine Gewissensentscheidung ist absolut vertraulich. Die Unterlagen werden nur von den zuständigen Sachbearbeitern beim BAFzA/BAPersBw gelesen. Es gibt keine öffentliche Registrierung oder Veröffentlichung von KDV-Anträgen.

Fragebogen & Antrag

Du kannst trotzdem einen KDV-Antrag stellen. Allerdings musst du in deiner Begründung die Widersprüche erklären.

Beispiel: "Als ich den Fragebogen ausfüllte, hatte ich mich noch nicht tiefgreifend mit meinem Gewissen auseinandergesetzt. Die intensive Beschäftigung mit [Thema] hat zu einer Entwicklung geführt, die meine heutige Überzeugung begründet."

Wichtig: Lass dich in diesem Fall unbedingt beraten bei der DFG-VK, EAK, IDK.

Das Nicht-Ausfüllen ist eine Ordnungswidrigkeit nach § 7 WPflG die mit einem Bußgeld belegt werden kann, allerdings erst nachdem die BW den Empfang durch Postzustellungsurkunde/Einschreiben nachweisen kann.

Richtige Strategie:

Fragebogen fristgerecht ausfüllen, KDV-Antrag stellen, falls nicht schon geschehen.

Wichtig: Solange dein KDV-Antrag noch nicht anerkannt ist, besteht die Fragebogen-Pflicht formal fort.

Ja, absolut! Du kannst den KDV-Antrag jederzeit stellen – auch bevor du einen Fragebogen oder eine Musterungsaufforderung erhalten hast.

Das ist sogar empfehlenswert, weil:

  • Du in Ruhe und ohne Zeitdruck deine Begründung formulieren kannst
  • Im Spannungsfall die Fristen extrem kurz sind
  • Du mit dem Anerkennungsbescheid rechtliche Sicherheit hast

Der KDV-Antrag ist ein Grundrecht nach Art. 4 Abs. 3 GG – du brauchst keinen "Anlass" wie eine Musterung.

Du kannst trotzdem noch KDV beantragen!

Wichtig ist dabei:

  • Wenn du im Fragebogen "Ich habe Interesse Soldat zu werden" angekreuzt hast, musst du in deiner Begründung erklären, wie sich deine Überzeugung seitdem entwickelt hat
  • Eine spätere Gewissensentscheidung ist möglich und wird anerkannt
  • Das Ausfüllen des Fragebogens ist nicht dasselbe wie eine Zustimmung zum Wehrdienst

Tipp: Lass dich beraten, wie du die Widersprüche in deiner Begründung am besten erklärst.

Nein, für den Erstantrag brauchst du keinen Anwalt.

Die Beratung bei EAK, DFG-VK und anderen Organisationen ist kostenlos und oft hilfreicher als ein Anwalt, weil diese Organisationen auf KDV spezialisiert sind.

Ein Anwalt kann sinnvoll sein bei:

  • Ablehnung und Widerspruchsverfahren
  • Klage vor dem Verwaltungsgericht
  • Komplizierten Sonderfällen (z.B. als Reservist)

Für den normalen Antrag reicht eine Beratung bei den spezialisierten Organisationen völlig aus.

Sonderfälle

Ja, KDV kann auch dich betreffen!

Die „weißen Jahrgänge" (Männer, die zwischen 2011 und 2024 das 18. Lebensjahr erreicht haben) wurden bisher nicht zur Musterung oder Wehrerfassung aufgefordert, weil die Wehrpflicht seit 2011 ausgesetzt ist.

Die aktuelle Situation:

  • Erst ab 2025 werden wieder Erfassungsfragebögen an 18-Jährige verschickt
  • Das bedeutet: Du bekommst möglicherweise nie einen Fragebogen

Aber im Spannungs- oder Verteidigungsfall:

  • Die Wehrpflicht kann jederzeit aktiviert werden
  • Dann gilt sie für alle Männer bis 60 Jahre – auch für die weißen Jahrgänge
  • Die Fristen für einen KDV-Antrag sind dann extrem kurz (wenige Tage)

Unsere Empfehlung:

Auch ohne aktuellen Fragebogen solltest du jetzt schon einen KDV-Antrag stellen. Das BAFzA nimmt solche Anträge an. Du erhältst Rechtssicherheit und musst im Ernstfall nicht unter Zeitdruck handeln.

→ Ein präventiver Antrag ist kein „falscher Alarm", sondern verantwortungsvolles Handeln. Besonders bei den weißen Jahrgängen, die im Ernstfall keine Erfassungsunterlagen als Vorwarnzeit hätten.

Die deutsche Wehrpflicht gilt für alle deutschen Staatsangehörigen – unabhängig davon, ob du noch eine weitere Staatsbürgerschaft hast.

Beachte:

  • Auch mit zweitem Pass bist du in Deutschland wehrpflichtig
  • Im anderen Land kann ebenfalls eine Wehrpflicht bestehen
  • Es gibt teilweise bilaterale Abkommen zur Vermeidung doppelter Wehrpflicht

Bei komplexen Fällen: Rechtsberatung empfohlen.

Die Wehrpflicht ist nach dem rechtlich eingetragenen Geschlecht geregelt:

  • Geschlechtseintrag "männlich": Wehrpflicht besteht
  • Geschlechtseintrag "weiblich" oder "divers": Keine Wehrpflicht

Wenn du deinen Geschlechtseintrag geändert hast (z.B. nach SBGG), gilt der aktuelle Eintrag. Bei Fragen zur persönlichen Situation empfehlen wir eine Beratung bei spezialisierten LGBTQ+-Rechtsberatungen.

Ja, auch Reservisten können KDV beantragen.

Besonderheiten:

  • Du musst erklären, wie sich deine Gewissensüberzeugung nach deinem Dienst entwickelt hat
  • Die Begründung wird intensiver geprüft, da du bereits Soldat warst
  • Eine Beratung ist hier besonders empfehlenswert

Rechtliches

Der zivile Ersatzdienst ist eine Alternative zum Wehrdienst, die im Spannungs- oder Verteidigungsfall für anerkannte Kriegsdienstverweigerer relevant werden kann.

Mögliche Einsatzbereiche:

  • Soziale Dienste – Betreuung von Geflüchteten, Versorgung der Bevölkerung
  • Pflege – Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Rettungsdienste

Wichtig zu wissen: Der Ersatzdienst umfasst keinen Waffendienst.

Kritische Perspektive: Manche Kriegsdienstverweigerer sehen auch den zivilen Ersatzdienst kritisch – als Teil des staatlichen Zwangssystems, das die Wehrpflicht erst ermöglicht. Ob ein Ersatzdienst für dich persönlich mit deinem Gewissen vereinbar ist, musst du selbst entscheiden. Die KDV schützt dich vor dem Dienst an der Waffe – das ist der rechtliche Kern.

Aktuell: Solange der Wehrdienst nicht wieder scharfgeschaltet ist, gibt es keinen verpflichtenden Ersatzdienst.

Schritt 1: Widerspruch einlegen

  • Frist: 1 Monat nach Zustellung des Bescheids (§ 70 VwGO)
  • Lass dich in diesem Fall unbedingt beraten bei der DFG-VK, EAK, IDK
  • Schriftlich mit ergänzender Begründung
  • Kostenfrei – keine Gebühren für das Widerspruchsverfahren
  • Nutze die Gelegenheit, deine Gewissensentscheidung noch deutlicher darzulegen

Schritt 2: Klage vor dem Verwaltungsgericht

  • Frist: 1 Monat nach Zustellung des Widerspruchsbescheids
  • Anwalt für Verwaltungsrecht empfohlen

Lass dich in diesem Fall unbedingt beraten bei der DFG-VK, EAK, IDK

Datenschutz & Sicherheit

Maximale Datensicherheit durch lokale Speicherung:

  • Keine Server-Übertragung: Alle deine Eingaben (Reflexionen, persönliche Daten, Begründung) werden ausschließlich in deinem Browser gespeichert (LocalStorage)
  • Kein Tracking: Wir verwenden keine Cookies, keine Analytics, keine externen Dienste
  • Keine externe Verbindung: Die App lädt keine Schriftarten oder Bibliotheken von fremden Servern

Wichtig: Da alles lokal gespeichert wird, gehen deine Daten verloren, wenn du den Browser-Cache löschst.

Da alle Daten nur in deinem Browser gespeichert sind, hast du die volle Kontrolle:

  • Browser-Cache löschen: Einstellungen → Browserdaten löschen → LocalStorage/Website-Daten
  • Privater Modus: Im Inkognito-/Privat-Modus werden alle Daten beim Schließen automatisch gelöscht
  • Gezielt löschen: Entwicklertools (F12) → Application → LocalStorage → Einträge löschen

Wir haben keinen Zugriff auf deine Daten und können sie daher auch nicht für dich löschen - das ist Teil unseres Datenschutzkonzepts.

Nach der Anerkennung: Was bedeutet das für dich?

Deine Gewissensentscheidung ist anerkannt – hier erfährst du, was das praktisch bedeutet.

Befreiung vom Kriegsdienst

Du bist dauerhaft vom Dienst mit der Waffe befreit. Du kannst nicht mehr zum Wehrdienst eingezogen werden.

Möglicher Ersatzdienst

Im Spannungs- oder Verteidigungsfall kann ein ziviler Ersatzdienst verpflichtend werden: Pflege und andere soziale Aufgaben. Aber: Kein Waffendienst.

Registrierung

Deine Anerkennung wird beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) registriert. Die Daten sind vertraulich.

Bleibe weiterhin für Frieden aktiv!

Empfehle die Kriegsdienstverweigerung weiter, überlege dir, ob du nicht selbst auch KDV-Berater werden willst.

Informationen für Eltern

Häufige Fragen von Eltern

Ja, wenn er 18 ist und männlich. Das Nicht-Ausfüllen ist eine Ordnungswidrigkeit. Aber: Er sollte den Fragebogen korrekt ausfüllen (kein Interesse signalisieren) – das ist legal und wichtig für eine spätere KDV.

Nein, die Gewissensentscheidung muss persönlich sein. Sie können unterstützen, aber der Antrag und die Begründung müssen von Ihrem Kind selbst kommen. „Meine Eltern wollen das so" ist ein Ablehnungsgrund.

Auch nach einer Einberufung kann noch ein KDV-Antrag gestellt werden. Präventiv handeln ist besser!

Falls die Wehrpflicht wieder scharfgeschaltet wird, könnte aber ein ziviler Ersatzdienst (Pflege, soziale Aufgaben usw.) verpflichtend werden.

Beratung und Unterstützung

Du musst das nicht alleine durchstehen. Hier findest du kompetente Ansprechpartner.

KDV-Beratungsstellen

DFG-VK

Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen

Größte pazifistische Organisation Deutschlands. Hat bereits zehntausende KDV-Anträge begleitet.

Kostenfrei Bundesweit
Website besuchen

EAK

Evangelische Arbeitsgemeinschaft für KDV und Frieden

Kostenlose Beratung zur Gewissensfindung. Netzwerk in allen Landeskirchen.

Kostenfrei Evangelisch
Website besuchen

Pax Christi

Internationale katholische Friedensbewegung

Beratung und Informationen zur Kriegsdienstverweigerung aus katholischer Perspektive.

Kostenfrei Katholisch
Website besuchen

Weitere Informationsquellen Alle kostenfrei

Internationale der Kriegsdienstgegner*innen (IDK)

Aktuelle Informationen zu Wehrpflicht, Kriegsrecht und KDV. Kritische Analysen. Kostenfreie Beratung.

idk-info.net →

Netzwerk Friedenskooperative

Informationsportal der deutschen Friedensbewegung. Lokale Friedensgruppen finden. Kostenfreie Angebote.

friedenskooperative.de →

Deutscher Friedensrat

Handreichung des Deutschen Friedensrates anfordern unter deutscher-friedensrat@web.de

Fragen zum KDV-Kompass?

Bei technischen Fragen, Feedback oder Verbesserungsvorschlägen sind wir für dich da.

Hinweis: Wir bieten keine individuelle Rechtsberatung.

kdv@bsw-vg.de